30.11.2014

5. Oberkleener Heimatheft

Die Oberkleener Schule im Wandel der Zeit 

 

Schulhaus bei der Kirche, Schule in der Brückenstraße, Kleeblattgrundschule

 

Das evangelische Gemeindehaus in Oberkleen war gut gefüllt bei der Präsentation des 5. Oberkleener Heimatheftes, das im Rahmen einer Ausstellung unter dem Titel „Die Oberkleener Schule im Wandel der Zeit“ der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Mit einem Vortrag des Autors Erwin Glaum wurde die Ausstellung eröffnet.

 

Bei der Durchsicht von Unterlagen im Hessischen Hauptstaatsarchiv Wiesbaden über den Besitz von Grundstücken wurden die Namen zweier Lehrer gefunden. Dabei handelte es sich um die Schulmeister Sommerlad und Löw. Auf der Grundlage weiterer Nachforschungen in Archiven wurden Vermutungen bestätigt, nach denen es bereits ab etwa 1660 eine Schule in Oberkleen gegeben haben muss, in der die Kinder unterrichtet wurden. In anderen Gemeinden des Hüttenbergs begann man mit dem Unterricht zum Teil schon zu einem früheren Zeitpunkt. In Niederkleen gab es bereits 1608 eine Schule und in Cleeberg vor dem 30jährigen Krieg.   

 

Standort der alten Schule an der Kirche (Quelle: Landeshauptarchiv Koblenz)

Allgemein bekannt ist in Oberkleen der Standort der Schulgebäude an der Kirche, die im Jahre 1836 erbaut und im Jahre 1968 abgerissen wurden. Eine zentrale Aufgabe von Forschungen des Autors bestand darin, den Standort der alten Schule ausfindig zu machen. Die auf zwei Flurkarten aus den Jahren 1826 und 1873 gefundenen Hinweise wurden durch die Sachakte 403 Bestand 1168 des Archives des Landes Rheinland-Pfalz in Koblenz bestätigt, dass es bereits vor 1836 an gleicher Stelle ein Schulhaus gegeben hat. Ein 74 Seiten starkes Dokument berichtet über den Abriss der alten und maroden Schule und den Neubau des Schulhauses.

 

Auf Vorschlag des Landrates des Kreises Wetzlar sollte die alte Schule nur renoviert und ein Schulsaal im alten Rathaus eingerichtet werden. Dagegen haben sich die Oberkleener Bürger gewehrt und durch Unterschrift von 62 Männern bekundet, dass sie die Mehrkosten für den Neubau aus Privatmitteln begleichen wollen. Über diesen Verwaltungsvorgang zum „Neubau des Schulhauses bei der Kirche“ wird in einer Dokumentensammlung berichtet, die im Landeshauptarchiv Koblenz lagert und von der der Autor Erwin Glaum Teile transkribiert hat.

 

Die Schule in Oberkleen war über 250 Jahre eine einklassige Volksschule, in der bis zum Jahre 1914 bis zu 100 Kinder von einem Lehrer gemeinsam in einem großen Saal unterrichtet wurden. Die damit verbundenen Schwierigkeiten und die Minderleistungen der Schüler drücken sich aus in Berichten von Schulvisitationen über die im Heft fünf berichtet wird. In verschiedenen Archiven wurden Unterlagen gefunden, in denen die Besoldung der Lehrer in Oberkleen bis ins Detail enthalten ist.

 

Bezüge des Lehrers Dallinger im Jahre 1873 (Quelle: Landeshauptarchiv Koblenz)

 

Die Kapitel fünf bis acht beschreiben die verschiedenen Schulformen in Oberkleen. 1952 wurde eine neue Schule an der Brückenstraße gebaut, mit der man auf die gestiegenen Anforderungen im Bildungsbereich reagieren wollte. Im Kapitel sieben wird die Frage beantwortet, warum in Hessen Mittelpunktschulen eingerichtet wurden, denn ab dem Jahre 1968 fanden die Oberkleener Schülerinnen und Schüler eine neue Bleibe in der zwischen den beiden Orten Kirchgöns und Pohlgöns neu gebauten Mittelpunktschule „Oberer Hüttenberg“.  

 

Der Wunsch vieler Eltern nach einem wohnortnahen Unterricht führte im Jahr 2003 zum Bau der Kleeblattgrundschule in Oberkleen. Über die pädagogischen Ziele der Schule, ihre im Jahre 2009 erlangte Eigenständigkeit und die Unterstützungen von Seiten des Fördervereins und der Schülerbetreuung wird in einem abschließenden Kapitel des Heftes berichtet.  

 

Volksschule Oberkleen 1895

Das Heft enthält 27 historische Klassenbilder, von denen die meisten die Namen der abgebildeten Schülerinnen und Schüler enthalten, sowie ein Verzeichnis, das die Namen der eingeschulten Kinder der Jahre von 1854 bis 1933 auflistet. Das Heft hat 160 Seiten mit 62 Abbildungen.  

 

 

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